DIE HIGH SCHOOL

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n den USA besteht keine freie Schulwahl. Für jede Hausnummer gibt es nur eine ganz bestimmte High School, die besucht werden kann, denn die Kosten der Schule tragen die Steuerzahler des betreffenden Schulbezirks. Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung: Wohngegend gut = High School gut. Da Gastfamilien in den Mittelstands-wohngebieten (98% der Familien wohnen im Einfamilienhaus) gesucht werden, und auftretende Probleme fast immer im zwischenmenschlichen Bereich Schüler/in und Gastfamilie liegen, wird Kritik an der ausgewählten High School nur äußerst selten geübt.
Man wird die meiste Zeit an der High School verbringen, denn der Unterricht geht von etwa 8 bis 15 Uhr. Da die amerikanische High School darüberhinaus ein gesellschaft-liches wie kulturelles Zentrum für amerikanische Schüler ist, das auch die Eltern we-sentlich mehr mit einbezieht als hier, verbringt man danach noch Zeit an der Schule mit Sport, Musik, Theater oder anderen Hobbygruppen, so daß man erst gegen 17-18 Uhr nach Hause kommt. Insofern spielt es keine Rolle, ob die Gastmutter berufstätig ist oder nicht, denn mittags ißt man in der Schulcafeteria.
In der Regel umfaßt die High School die Schuljahre 9 bis 12. Der Unterricht erfolgt nach dem Kurssystem, also nicht in festen Klassenverbänden. Jeder Schüler kann sich seinen individuellen Stundenplan, jeweils pro Halbjahr und unter Berücksichtigung gewisser Pflichtkurse (Englisch, Geschichte) selbst zusammenstellen und dabei unter etwa 120 Kursen wählen. Diese hohe Kurszahl kommt daher, daß unsere Schulfächer in den USA in Jahreskurse unterteilt sind, z.B. Mathematik in 4 Kurse Algebra, 4 Kurse Geometrie, Fremdsprachen in 4 Stufen usw. Eine Vielzahl hier unbekannter Kurse wird außerdem angeboten, da eine High School ja sowohl auf spätere Studien als auch auf das Berufsleben vorbereitet.
Bei der Einschulung und Kurswahl trifft man auf den ‘Academic Advisor’ oder ‘Gui-dance Counselor‘ der High School, der dem Schüler bei der Kurswahl mit Rat und Tat zur Seite steht. Die kreative Arbeitsentfaltung von Fähigkeiten steht im Mittel-punkt des Unterrichts. Theorie und ‘stressigem Einpauken’ wird weniger Bedeutung beigemessen, was von Austauschschülern freudig vermerkt wird. Austauschschüler werden in der Regel in die 11. Jahrgangsstufe eingeteilt, doch können auch Kurse der 12. Stufe bei entsprechenden Vorkenntnissen belegt werden.
Die Tatsache, daß Sportwettkämpfe in den USA unter High Schools und Colleges stattfinden, ein Vereinswesen wie hier kaum existiert, erklärt die Identifikation mit und Loyalität zur High School und ihren Sport Teams bei der amerikanischen Schülerschaft sowie deren Eltern. Neu für Austauschschüler ist deshalb das ungewohnt breite Sportangebot, das an amerikanischen High Schools besteht. Die Kombination Schule+ Sportverein+Hobby-/Jugendzentrum bestimmt somit weit mehr den Tagesablauf als unsere Schule hier und führt so zu einem völlig neuen Schuler-lebnis. Schulen haben in den USA einen ganz anderen Stellenwert, was sich aus der Rivalität der Schulen durch die sportlichen Wettkämpfe erklärt wie auch auf die allgemein geringere Bevölke-rungsdichte zurückzuführen ist. So sind Schule (und auch Kirche) gesellschaftliche ‘Treffpunkte‘.
HIGH SCHOOL DIPLOMA
Das High School Diploma ist keine Prüfung, sondern ein ‘Punktesam-meln’. Austauschschüler können die erforderliche Punktzahl erzielen, indem Sie anhand der deutschen Zeugnisse einen Großteil der Punkte übertragen bekommen und die fehlenden Punkte durch das Belegen der dazu erfor-derlichen Kurse erreichen. Nicht alle High Schools gewähren Austauschschülern das Diploma, sondern stellen stattdessen z.B. nur Ehrendiplome aus, zumal für den High School-Abschluß insgesamt 12 Schuljahre erforderlich sind. Es liegt ausschließlich im Ermessen der High School, Austauschschülern ein Diploma zu gewähren oder nicht.